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IT ist kein Hexenwerk und SysAdmins sowie Entwickler kochen letztendlich auch nur mit Wasser. Vielleicht verfügen wir einfach nur über das Talent, komplexe Technologien optimal mit einander zu verbinden.

Anbei habe ich 3 Beispiele beschrieben, wie IT Infrastrukturen grundsätzlich aufgebaut werden können um ein optimales Verhältnis zwischen Kosten &  Nutzen zu schaffen.


Steuerberater & Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit 13 Standorten

Ziel bei Unternehmen dieser Größe sollte es immer sein ein Konzept zu entwickeln, welches auf Zentralisierung basiert, um die Kosten für Administration & Verwaltung gering zu halten. Bei richtiger Einrichtung / Konfiguration sowie der Nutzung aller administrativen On-Board-Tools eines Windows Servers kann ein Netzwerk dieser Größe problemlos von einem SysAdmin alleine verwaltet / administriert werden.

Folglich entschied ich mich dazu alle 13 Standorte über ein Active Directory mit einer einzelnen Domäne zu organisieren. Mithilfe der MPLS Technologie wurden alle Standorte miteinander vernetzt, was wiederum dazu führte, dass kleinere Standorte keine eigene Serverhardware vor Ort mehr benötigten.

Da die von Steuerberatern verwendete DATEV Software mitunter hohe technische Ressourcen benötigt und Programmupdates mindestens 2x pro Kalenderjahr installiert werden müssen, entschied ich mich dazu DATEV auf einer Windows Terminal Server (WTS) Farm zu installieren um die Pflege der DATEV Applikationen zentral vornehmen zu können.

Durch den Einsatz von Windows Terminal Servern entstand für Benutzer der weitere Vorteil, dass sie Unabhängigkeit in der Auswahl ihrer Client Hardware erlangten. So konnten beispielsweise viele Mitarbeiter endlich ihr Apple Macbook oder ihren iMac zum Einsatz bringen, was vorher nicht möglich war. Auch Benutzer mit Linux Clients konnten dank Windows Terminal Services fortan problemlos mit DATEV arbeiten.


Öffentlicher Dienst / Behörde mit über 200.000 Mitarbeitern

Ein Konzept für eine Organisation dieser Größe zu entwicklen ist eine große Herausforderung und eigentlich kaum händelbar, denn es wollen sehr viele Entscheider mitsprechen und viele Individualitäten wollen berücksichtigt werden. Fazit: Kommt man auf keinen gemeinsamen Nenner, gib den Entscheidern das was sie wollen … Eigenverantwortung & Individualität.

Wenn kein Gesamtkonzept für eine Infrastruktur entwickelt werden kann, so kann man jedoch versuchen einzelnen Dienste / Services zu standardisieren, sofern sie in der Masse der Infrastruktur zum Einsatz kommen. Ein gutes Beispiel dafür: die eMail Kommunikation.

Es wurde sich hierbei für den Microsoft Exchange Server entschieden. Alle Benutzer konnten via eMail kommunizieren, ihre persönlichen Termine verwalten, Ressourcen über gemeinsame Kalender organisieren und ihre digitale Kommunikation zentralisieren.


Gesundheitswesen / kleine Arztpraxis mit 5 PC Arbeitsplätzen

Wichtig ist, dass kleinen Unternehmen stets kommuniziert wird, dass eine moderne IT Infrastruktur durchaus bezahlbar ist und heutige Standardtechnologien nicht nur großen Unternehmen vorbehalten sind. „Anders denken“ ist der Schlüssel zur passenden Lösung.

Entscheider kleiner Unternehmen zögern häufig bei IT Entscheidungen, da sie denken, dass eine moderne IT Infrastruktur Unsummen an Kosten verschlingen wird. Dabei ist diese Ansicht falsch!

Mithilfe von Open Source Software, Nutzung von bereits bestehenden Diensten und individuell ausgesuchter Hardware kann eine Menge Geld eingespart werden, ohne jedoch auf Fortschritt verzichten zu müssen.

Im konkreten Beispiel entschied ich mich dazu, dass alle PC Arbeitsplätze lediglich miteinander vernetzt wurden, ohne dass ein Server oder gar ein Domain Controller (DC) zum Einsatz kam.

Als Datei / File Server implementierte ich ein „NAS System“ aus dem Hause SYNOLOGY. Auch hier kann (sofern gewünscht) mit Sicherheits- & Zugriffsberechtigungen gearbeitet werden.

Die eMail Kommunikation konfigurierte ich über den bereits vorhanden Mailserver des Webproviders, der die Webseite der Arztpraxis hostete. Sicherlich hätte man auch einen dedizierten Mailserver zum Einsatz bringen können, doch warum nicht einfach das nutzen, was bereits vorhanden ist?


Diese 3 Beispiele von IT Infrastrukturen sollen lediglich aufzeigen, dass IT Lösungen durchaus individuell sowie kreativ sein können, auch wenn man Admins stets eingebleut hat das „Standardisierung“ das Maß aller Dinge ist.

Standardisierung  ist gut, doch es gibt Anforderungen, wo mit individuellen Lösungen wesentlich mehr Nutzen mit erzielt werden kann.