Passt dein Netzwerk zu dir und deinen Anforderungen?

In der heutigen Zeit ist eine funktionstüchtige Netzwerkinfrastruktur die halbe Miete für ein erfolgreiches Unternehmen. In diesem Artikel werden Vor- und Nachteile verschiedener Modelle und Konfigurationen behandelt.

Keine Sorge, dieser Artikel wird kein “Bashing-Post” gegen irgendeinen Software Hersteller. Vielmehr versuche ich die Vorteile von heterogenen Netzwerkinfrastrukturen hervorzuheben.

Die Analyse

Bevor ihr euch für eine Konfiguration entscheidet, solltet ihr erstmal eure Anforderungen analysieren.

  1. Der Benutzer
    Wer sitzt da eigentlich am PC? Ist der Benutzer IT bewandert oder benötigt er selbst für kleinere Arbeiten viel Unterstützung? Macht es somit Sinn den Benutzer in seinen Anwenderrechten zu beschneiden oder gibt man ihm doch lieber Vollzugsgriff auf seinen PC, damit der Administrator nicht für jede Kleinigkeit vorbei kommen muss?
  2. Die Hardware
    PC oder Notebook? Viel Arbeitsspeicher (RAM) oder Standard? Wie lange ist die geplante Lebensdauer der Hardware? Will ich jedes Jahr neu investieren oder soll die Hardware 3 Jahre oder länger halten? Der Grundsatz zu diesen Fragen lautet: Wer billig einkauft, kauft häufiger und in kürzeren Zeitintervallen.
  3. Kabel oder WLAN?
    Ob du eine klassische Netzwerkverbindung via Kabel einsetzt oder WLAN ist letztendlich auch eine Frage der gewünschten Sicherheit. Fakt ist, ein Netzwerk via Kabel ist wesentlich sicherer als ein WLAN. WLAN Netzwerke sind zwar dank WPA2 Verschlüsselung mittlerweile recht sicher, doch auch sie sind mit etwas Geduld und den richtigen Tools zu knacken. Wäge somit ab was dir wichtiger ist, Bequemlichkeit oder Sicherheit?

Die Planung

Sobald du die oben genannten Punkte analysiert hast, kannst du mit der Planung deiner Konfiguration beginnen. Wie schon eingangs erwähnt liegt die Stärke von Netzwerken mittlerweile in der Kombination aus Produkten unterschiedlicher Hersteller. Heißt konkret, eine heterogene Struktur kann eine homogene Struktur in der Leistungsfähigkeit um ein vielfaches übertreffen, auch wenn die jeweiligen Hersteller dies natürlich nicht zugeben würden, denn immerhin will jeder seine Produkte verkaufen und nicht die der Konkurrenz.

Es muss nicht immer Windows sein

Ja, Microsoft ist Weltmarktführer in Sachen Betriebssysteme, aber es gibt zahlreiche mitunter sogar kostenlose Alternativen, die sich vor Windows und Office nicht verstecken müssen.

  • Linux
    Das Open Source Betriebssystem Linux ist ein umkommerzielles Betriebssystem welches in verschieden Distributionen (Debian, Ubuntu, Mint, usw.) kostenfrei downloadbar ist. Da die Quellcodes frei verfügbar sind und von jedermann weiterentwickelt werden können, fallen keine Lizenzgebühren an.
  • Libre Office
    Das “Office Paket” auf Open Source Basis, welches im Gegensatz zu Microsoft Office kein Geld kostet. Libre Office ist für Linux, Mac OS X sowie Windows verfügbar und verfügt über fast die gleichen Funktionen wie das kostenpflichtige Office Paket aus dem Hause Microsoft.
  • Mac OS X
    Apples Betriebssystem auf einem Mac, welches im Kern auf dem Urbetriebssystem UNIX basiert. OS X ist somit sehr schlank, Ressourcen schonend und sehr stabil im Betrieb. Nachteil: OS X funktioniert nur auf einem Mac.
  • Pages | Numbers | Keynote
    Wie Microsoft hat auch Apple mittlerweile eine leistungsfähige Bürosoftwaresuite zusammen gestellt, die sich in den Grundfunktionen zu Office nicht unterscheidet. Vorteil: Pages, Numbers & Keynote gibt es kostenlos beim Kauf eines Macs hinzu.

Server ja oder nein?

Gerade wenn man in einem Netzwerk arbeitet, will man Daten mit andern Benutzern teilen. Die Frage ist nur wie? Die klassische Methode war bisher immer der Einsatz eines Servers. Einem mit besonders robuster und leistungsfähiger Hardware ausgestatteter PC, der jedoch auch entsprechend seinen Preis einforderte. Empfehlenswerte Server für kleine Netzwerke beginnen ab 2.000 EUR. Hochleistungsserver sind ab 10.000 EUR erhältlich.

Für kleinere Netzwerke empfehle ich mittlerweile gerne NAS Systeme (Network Attached Storage). NAS Systeme sind nichts weiter wie im Netzwerk verfügbare Festplatten. Da keine Betriebessystemlizenzen für ein extra Servierbetriebssystem anfallen, ist der Anschaffungspreis gegenüber einem klassischen Server wesentlich günstiger. Empfehlenswerte NAS Systeme mit Hardware RAID Option und einem kleinen “Datei Zugriffsmanagement” sind bereits ab 500 EUR zu bekommen.

Die Clients

Wie schon erwähnt, ist auf über 90% aller PC’s weltweit ein Windows Betriebssystem vorinstalliert. Doch Windows hat auch Nachteile … ständig wollen Updates installiert werden was Arbeitszeit kostet, Dienste hängen sich gerne mal auf oder es erscheinen andere kuriose Fehlermeldungen. Mein Rat: Richtet eure Infrastruktur so ein, dass ihr bei der Auswahl eurer Client Betriebssysteme unabhängig bleibt. Ich persönlich arbeite z.B. sehr gerne mit einem Mac und OS X, weil ich mich in dieser Umgebung einfach am wohlsten fühle und das Arbeiten stressfrei ist. Andere Benutzer schwören auf Linux, andere wiederum auf Windows. Letztendlich soll sich der Benutzer beim arbeiten wohl fühlen, also versucht ihm sein Wunschbetriebssystem zu erfüllen.

Software

Man muss heutzutage keine Software mehr lokal auf seinem PC installieren um arbeiten zu können. Das Zauberwort heißt SaaS (Software as a Service). Heißt, die Applikationen laufen auf einem Webserver und werden via Webbrowser von den Clients aus angesprochen. Folglich ist es egal ob ihr Windows, Linux oder Mac OS X als Clientbetriebssystem einsetzt, denn einen Webbrowser hat jeder dieser Clients.

Auch im Bereich “Standard Büro Software ist das Office Paket von Microsoft schon lange kein MUSS mehr.  Libre Office funktioniert auf Linux, Windows und OS X Betriebssystemen ohne Probleme plattformübergreifend. Selbst komplexe Programme wie DATEV gibt es bereits als SaaS Version.

Fazit

Wie ihr hoffentlich gemerkt habt, ist die Zeit von reinen Windows basierten Netzwerken lange vorbei. Mac OS X, Windows sowie auch Linux lassen sich durchaus stressfrei parallel in einer Struktur betreiben, ohne das es zu technischen Einschränkungen kommen muss.

Chris

Chris

Seit 1999 in der IT in den Bereichen Infrastruktur, Entwicklung und Beratung aktiv.
Zertifizierter Microsoft & Apple Spezialist.
Chris

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